Welttag der Umweltbildung

Wohl das schönste an unserem Sport ist, dass wir ihn in freier Natur ausüben können. Viele, ich möchte sagen die meisten Golfplätze liegen in wunderschöner Landschaft, umgeben von Bergen, Hügeln, Wald, Wiesen, an Bächen, Flüssen, Seen oder sogar am Meer. Stellen Sie sich vor, Sie müssten Ihre Golfrunden in einer Halle oder innerhalb der Fluchten einer Großstadt bzw. eines von hohen Zäunen eingegrenzten Platzes spielen. Wie viele von uns wären dann noch dabei?

Eben weil Golfplätze in der Natur liegen, ja Teil dieses Naturraumes sind, tragen wir als Sportler natürlich auch eine besondere Verantwortung für den Umgang mit dieser Natur. Biodiversität und Nachhaltigkeit sind zwei wichtige Stichworte, die für unser Wohlfühlen auf dem Platz unerlässlich sind. Doch was können wir als Golfspieler dazu beitragen, dass diese Umwelt auf und um den Platz erhalten und geschützt wird?

1. Mit der Einrichtung der großen Photovoltaik-Anlage auf der Trolleyhalle hat unsere Betreibergesellschaft dafür gesorgt, dass die Aufladung Nutzung der Golf-Carts (E-Carts) emissionsfrei bleibt. Dennoch: Wer zu Fuß geht, hinterlässt den kleinsten ökologischen Fußabdruck: Es entstehen keine Emissionen, es gibt weniger Bodenverdichtung und weniger Lärm.

2. Hinterlassen Sie so wenig wie möglich Spuren und Schäden auf dem Platz. Dazu gehört natürlich, die Pitchmarken zu reparieren und Divots zurückzulegen. Ein Balleinschlag (auf dem Grün wie auf dem Fairway) bewirkt eine massive Kompression und Verdichtung des Bodens, die einer raschen Regeneration im Wege stehen. Das Gras über einer reparierten Pitchmarke – ebenso wie einem Einschlagloch auf dem Fairway – regeneriert schneller und benötigt weniger Wasser und Pflegeaufwand. Ein zurückgelegtes Divot wird in den seltensten Fällen wieder anwachsen, aber es schützt die darunterliegende freie „Wundfläche“ vor Austrocknung und beschleunigt das Nachwachsen des Grases.

3. Immer wieder begegnet uns Müll auf dem Platz, seien es Plastikverpackungen von Snacks, Trinkhalme, Papiertaschentücher, …. Nicht nur, dass dies optisch störend ist, diese Gegenstände können auch die Mähwerke der Mähroboter schädigen. Am einfachsten ist es, Müll zu vermeiden. Also nehmen Sie nur mit auf die Runde, was sie wirklich brauchen. Und wenn Sie unterwegs Abfall produziert haben, nehmen Sie ihn mit bis zur nächsten geeigneten Abfalltonne. Auch bei der Auswahl Ihrer Tees können Sie etwas gegen die Verschmutzung tun: Benutzen Sie verrottbare Tees! Es gibt inzwischen welche, die nicht schon nach ein oder zwei Abschlägen nicht mehr zu benutzen sind. Verwenden Sie wiederverwendbare Trinkflaschen! Mit der richtigen bleibt Ihr Getränk auch länger kühl – oder warm. Ganz wie Sie es wollen.

4. Respektieren Sie die Naturschutzflächen und Spielverbotszonen. Ca. 60% der Fläche von Golfplätzen sind nicht Spielfläche, sondern bestehen aus Wald, Büschen, Hecken, Blühwiesen, hohen Roughs oder Wasserflächen. Dies sind bewusst angelegte Rückzugsräume für Tiere, Nahrungsspender für Insekten. Uns im Golfclub Sigmaringen liegt die Artenvielfalt sehr am Herzen, unsere gerade erneuerte Auszeichnung „Lebensraum Golfplatz - Wir fördern Artenvielfalt“ zeugt davon. Respektieren Sie Sperrzonen, bleiben Sie auf den Wegen, suchen Sie nur nach Bällen, wo es für Ihr Spiel notwendig und sinnvoll ist. Dann tragen auch Sie zur Förderung der Artenvielfalt bei.

5. Umweltengagement des Clubs mittragen Durch zahlreiche Maßnahmen hat unser Club in den letzten Jahren die Voraussetzungen für Umweltschutz und Artenvielfalt auf dem Platz verbessert: Blühwiesenstreifen bieten Insekten Nahrung (und verschönern das Gesamtbild des Platzes). Nistkästen für Vögel, Insektenhotels wurden angebracht, die im letzte Frühjahr durchgeführte Putzaktion der Nistkästen zeigte, dass von den 28 Kästen alle bis auf einen reichlich genutzt worden waren. Verbrennerbetriebene Aufsitzmäher wurden durch photovoltaik-geladene Mähroboter ersetzt. Feuchtbiotope wurden verbessert; durch Umwidmung von für das Spiel überflüssigen Fairwayflächen in Magerwiesen konnte die Wasserhaltekapazität des Bodens gesteigert (eine Maßnahme, die angesichts der zu erwartenden trockenen Sommer erheblich ist!) und der Mähaufwand und der damit verbundene Energieverbrauch reduziert werden. Nicht alle Mitglieder haben dies sofort akzeptiert, auch da wir nicht vorher auf die Gründe hingewiesen hatten. Aber inzwischen ist der Sinn dieser Maßnahmen bekannt und die Wogen sind geglättet. Sie als Mitglieder wie auch Gäste können unser Engagement unterstützen, indem sie sich informieren, an Aktionen beteiligen und sich im Cluballtag bewusst verhalten. Zahlreiche Mitglieder haben dies durch Spenden z.B. von Nistkästen und Insektenhotels schon getan. Denen und allen zukünftigen Spendern unser herzlicher Dank! 

„Nachhaltigkeit funktioniert am besten gemeinsam!“

Dr. Hubert Hug